
Die Verfügbarkeit von Wohnraum ist heute ein Thema, das ganz Europa betrifft. Obwohl sich die einzelnen Märkte unterschiedlich entwickeln, steigen die Immobilienpreise schneller als die Einkommen der Haushalte. Daten der OECD zeigen, dass sich in einigen Ländern die Preise für Wohnungen und Häuser seit 2015 fast verdoppelt haben. Und (nicht überraschend) gehört auch Tschechien dazu.
Den stärksten Anstieg verzeichnete Portugal, wo die Wohnkosten in den letzten zehn Jahren um mehr als 106 % gestiegen sind. Hauptursache sind langfristig begrenzte Neubauten und das starke Interesse von inländischen und ausländischen Investoren, insbesondere in Lissabon, Porto und beliebten Küstenregionen.
Das zweite Land, in dem sich die Preise praktisch verdoppelt haben, ist Ungarn. Der Anstieg ist das Ergebnis einer Kombination aus höheren Löhnen, staatlicher Unterstützung für den Erwerb von Wohneigentum und einem Mangel an neuen Wohnungen, insbesondere in Budapest.
Deutliche Preiserhöhungen wurden auch in Island (+75 %), der Türkei (+68 %) und Litauen (+65 %) verzeichnet. Obwohl die Gründe in jedem Land unterschiedlich sind, bleibt das gemeinsame Merkmal das begrenzte Angebot an Immobilien.
In der Türkei wurden die Preise stark von der hohen Inflation beeinflusst, weshalb die Menschen Immobilien oft als Möglichkeit sehen, den Wert ihrer Ersparnisse zu schützen. In Island und Litauen spielt der Mangel an Neubauten und die steigende Nachfrage in größeren Städten eine entscheidende Rolle.
Die Tschechische Republik belegt den siebten Platz. Seit 2015 sind die Wohnkosten hier um etwa 58 % gestiegen, ebenso wie in Slowenien.
Der Anstieg ist vor allem auf die langsame Genehmigung neuer Bauprojekte, den Mangel an Bauland und die hohe Nachfrage in großen Städten zurückzuführen. Besonders deutlich ist die Situation in Prag und Brünn, wo die Immobilienpreise langfristig deutlich über dem Durchschnitt des Landes liegen.
Das Ergebnis ist eine zunehmend schlechtere Verfügbarkeit von eigenem Wohnraum, die vor allem junge Familien und Erstkäufer betrifft.

Obwohl jedes Land andere wirtschaftliche Bedingungen hat, wiederholen sich die Ursachen für den Preisanstieg. Am häufigsten handelt es sich um unzureichende Neubauten, langwierige Genehmigungsprozesse, steigende Baukosten und eine starke Nachfrage, die sich auf große Städte konzentriert.
Genau aus diesem Grund weisen Experten darauf hin, dass ohne eine signifikante Erhöhung des Angebots keine wesentliche Verbesserung der Verfügbarkeit von Wohnraum zu erwarten ist. Dies gilt nicht nur für Tschechien, sondern auch für die meisten europäischen Länder, die in den letzten Jahren mit demselben Problem konfrontiert sind.